Rezension* | "Thalamus" von Ursula Poznanski

★★★☆☆ | 12 h 8 min | gehört auf Deutsch | erschienen am 13. August 2018 bei Der Hörverlag
Vielen Dank an Der Hörverlag für das Rezensionsexemplar
In Thalamus begleiten wir den 17-jährigen Timo nach einem Autounfall in das Rehabilitationszentrum Markwaldhof, in dem er sich von seinem Schädel-Hirn-Trauma erholen soll. Als dann seltsame Dinge mit anderen Patienten in der Klinik geschehen, stellt Timo Nachforschungen an und bemerkt dabei seltsame neue Fähigkeiten an sich selbst...

Am Anfang des Buches steht Timos Zeit im Krankenhaus nach dem Autounfall. Es wird geschildert, wie er sein Gedächtnis teilweise zurückerlangt und wie er sich mit der neuen Situation auseinandersetzt. Als er dann in das Rehabilitationszentrum kommt, nimmt das Buch auch erstmal nicht an Fahrt auf und man wird langsam in die Welt des Markwaldhofs eingeführt.

Für mich war das allerdings zu langsam. Bis die Geschichte an Fahrt aufgenommen hat, war schon über die Hälfte der Laufzeit vergangen und ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich einfach nicht mehr weiterhören wollte, weil sich die Geschichte gezogen hat wie zäher Kaugummi. Dass ich trotzdem weitergehört habe, hat sich aber gelohnt. Denn ziemlich genau nach diesem Zeitpunkt setzte endlich die Spannung ein und das Rätsel um die Patienten am Markwaldhof wurde langsam entwirrt und aufgelöst. Es hat wieder Spannung in die Geschichte reingebracht und die letzten Stunden sind damit wie im Flug vergangen. 

Besonders gut haben mir die Dynamik und die Charaktere der Freundesgruppe gefallen, die Timo im Rehabilitationszentrum findet. Sie haben insgesamt aus der Geschichte heraus sehr nachvollziehbar gehandelt und waren auch generell gut dargestellt. Jeder der Jugendlichen hatte eine durchdachte Lebensgeschichte, die sich auch auf ihr Handeln ausgewirkt hat. 

Das Ende war wiederum etwas seltsam, da nach dem doch sehr langsamen und langen Anfang auf einmal alles sehr schnell ging (und auch irgendwie sehr... seltsam wurde - viel mehr kann ich leider auch nicht verraten, ohne zu spoilern). Ich habe mich also mit der Erzählzeit des Buches nicht wirklich anfreunden können. 

Alles in Allem war Thalamus eine solide Erzählung, die mir Spaß gemacht und mich zum miträtseln angeregt hat, mich aber nicht vollständig überzeugen konnte. Meine Empfehlung ist hier definitiv, mit möglichst wenig Vorabinformationen an die Geschichte ranzugehen, weil sie ansonsten möglicherweise an Spannung verliert.




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