Rezension* | "Die Krone der Dunkelheit" von Laura Kneidl

★☆☆☆☆ | 510 Seiten | gelesen auf Deutsch | erschienen am 02. Oktober 2018 bei Piper Verlag
Vielen Dank an Netgalley und den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar
Leider war die Krone der Dunkelheit für mich - im Gegensatz zu vielen anderen - ein ziemlicher Reinfall. 

In diesem Buch verfolgt man die Geschichte zweier Frauen in einer Welt, die sich in das Reich der Menschen und das Reich der Fae aufteilt. Dabei widersetzt sich die erste der beiden, Freya, den Regeln des Königreichs, das sie regieren soll, indem sie Magie praktiziert. Als sie durch einen Suchzauber den Aufenthaltsort ihres entführten Zwillingsbruders erfährt, macht sie sich auf die Suche nach ihm und betritt dafür das Land der Fae, obwohl es den Menschen verboten ist. Die zweite der beiden ist Ceylan, deren Eltern, als sie noch sehr jung war, durch einen Angriff der blutrünstigen Elva umkamen. In ihrem Hass auf die Bewohner des magischen Landes will sie die Menschen beschützen und die erste weibliche Wächterin an der Mauer zwischen dem Land der Menschen und dem Land der Fae werden

Nachdem ich die ersten 100 Seiten noch recht gut fand, kam für mich leider ein Rückschlag. 

Alle  Charaktere, die man im Laufe der Geschichte kennenlernt sind sehr schwach gezeichnet und ich konnte weder ihre Handlungen verstehen, noch irgendeine Bindung zu den Figuren aufbauen. Je weiter die Geschichte vorangeschritten ist, desto weniger machte ich mir aus ihnen. 

Die Geschichte hat sich gezogen und glänzte mit sehr viel Infodump, der zwar für den ersten Band einer Trilogie nicht unüblich ist, in diesem Fall aber einfach zu viel war. Die Welt war für mich nicht spannend genug, dass mich die Informationen interessiert hätten und die unterschiedlichen Bezeichnungen für die Völker der Fae (Seelie und Unseelie) haben mich verwirrt, da die Seelie als das "dunkle" und die Unseelie das "helle" Volk der Fae waren, wobei ich mit der Vorsilbe "Un-" normalerweise die "dunkle" Seite assoziiert hätte. Unter anderem deswegen war es für mich schwierig, in die eigentlich Story reinzukommen.

Außerdem hat mir der Schreibstil nicht gefallen, was natürlich eine sehr subjektive Einschätzung ist. Anstatt eine eigene, zu dem Buch passende Dynamik zu finden, hatte ich das Gefühl, dass hier versucht wurde dem Fantasy-Genre und einem Fantasy-Schreibstil gerecht zu werden. Dieser Versuch ist meiner Ansicht nach völlig schief gegangen, denn der Schreibstil wirkte überzogen und... wie ein Versuch.

Der Punkt, der für mich allerdings am stärksten wiegt, ist der unglaublich schlechte Umgang mit dem Thema der Vergewaltigung. Es gibt eine Szene, in der der Sklave einer Königin gegen seinen Willen magisch zu sexuellen Handlungen gezwungen wird. Diese Szene und auch die Gedanken des Sklaven werden dabei sehr bildlich beschrieben. Für mich ist bis zum Ende des Buches nicht ersichtlich gewesen, wieso diese Szene wichtig für den gesamten Plot oder die Charakterentwicklung gewesen wäre und wieso diese so bildlich beschrieben werden musste. Dies ist ein Thema, das nicht nur für Effekthascherei verwendet werden, sondern dann auch ausführlich behandelt werden sollte. Für mich wurde mit der Szene leider nur Ersteres erreicht.

Es gab noch weitere Gesichtspunkte, die mich an der Geschichte gestört haben, die ich an dieser Stelle nicht aufzählen möchte. Für mich ist jedenfalls klar: Die nachfolgenden Bände werde ich nicht lesen.

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