Rezension | "The Gentleman's Guide to Vice and Virtue" von Mackenzi Lee

★★★☆☆ | 513 Seiten | gelesen auf Englisch | erschienen am 27.06.2017 bei Katherine Tegen Books
erschienen auf Deutsch als "Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans" bei Königskinder

In "The Gentleman's Guide to Vice and Virtue" tritt ein junger Adliger zusammen mit seinem besten Freund die "Grand Tour of Europe" an, bevor er sich seinen Pflichten stellen muss.

Monty wurde erzogen, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, doch irgendwie will er da nicht richtig reinpassen. Trotz der Missbilligung seines Vaters führt er ein wildes Leben, verbringt die Abende mit Alkohol und die Nächte mit anderen Frauen - oder Männern. Nach all seinen Eskapaden soll er auf die "Grand Tour of Europe" gehen, bevor er die Pflichten seines Vaters übernehmen und das Anwesen der Familie führen soll.

Sein bester Freund Percy begleitet ihn dabei und auch seine Schwester Felicity soll eine Teilstrecke mit ihnen zurücklegen. Allerdings werden sie die ganze Reise über von einem Aufpasser seines Vaters begleitet, der Monty nur selten aus den Augen lässt. Als Monty dann eine Dummheit begeht, verändern sich plötzlich alle Reisepläne und damit auch er selbst und die Beziehung zu seinen Begleitern.

Die ersten 50 Seiten des Buches haben mich sofort in ihren Bann gezogen, denn es beginnt mit einem Einstieg in die Liebesgeschichte, die sich zwischen Monty und Percy über das  Buch hinweg erstreckt. Bevor Monty aber eine Beziehung eingehen kann, muss er sich selbst finden und macht dabei eine fantastisch geschriebene Charakterentwicklung durch. Auch über Percy und Felicity erfährt man im Laufe des Buches immer mehr und die drei entwickeln sich als Trio - und Monty und Felicity als Geschwisterpaar - ebenso beeindruckend.

Ein großes Problem hatte das Buch allerdings für mich: Der Plot. Es beginnt mit der Dummheit, die Monty auf einer Party in Frankreich begeht und ab da wurde der rote Faden der Geschichte für mich leider unglaubwürdig. Die Motive der Charaktere waren dabei für mich weniger das Problem, als die magische Note, die die Geschichte an dieser Stelle bekommt.

Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, da der Plot weniger im Vordergrund stand als das Trio und ihre Entwicklung. "The Gentleman's Guide to Vice and Virtue" ist ein sehr charakterstarkes Buch, das für mich leider im Plot Punkte verloren hat. Meine tatsächliche Bewertung liegt deswegen eher bei 3,5 Sternen und ich würde das Buch für alle empfehlen, die eine rasante Liebesgeschichte kombiniert mit einer humorvollen Geschwisterbeziehung und fantastischen Charakteren lesen möchten.