Rezension | "Der Tätowierer von Auschwitz" von Heather Morris

★ | 300 Seiten | erschien am 11.01.2018 im Piper Verlag
In "Der Tätowierer von Auschwitz" begleiten wir Lale Sokolov bei seiner Arbeit als Tätowierer von Auschwitz. Seine Aufgabe ist es, den Neuankömmlingen im Konzentrationslager ihre Häftlingsnummer unter die Haut zu stechen und sie somit für die Zukunft zu zeichnen. Hierbei tätowiert er auch Gita, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Eine wunderschöne und einzigartige Liebesgeschichte beginnt.

Das Cover des Buches hat mich sofort für sich eingenommen. Es spiegelt gleichzeitig Angst, Hoffnung und Liebe wider - und beschreibt somit das Buch perfekt! Auch der Prolog hat mich in seinen Bann gezogen, da man direkt ins Geschehen geworfen wird. Er beschreibt die Szene, in der Gita und Lale sich das erste Mal treffen und baut jede Menge Spannung auf.

Ich habe die Protagonisten, Lale und Gita, geliebt. Die beiden sind unglaublich starke, bewundernswerte und mutige Menschen, die man in sein Herz schließen muss. Lale handelt immer selbstlos, unterstützt die anderen Häftlinge und teilt seine zusätzlichen Essensrationen, die ihm für seine Arbeit zustehen. Vom ersten Tag an kümmert er sich um Gita, besorgt ihr Medikamente als sie krank ist und macht ihr Mut auf eine bessere Zukunft. Gita ist eher pessimistisch, was man ihr nicht verdenken kann. Trotzdem kämpft sie sich durch, übersteht die schwierige Zeit mit der Unterstützung von Lale und ihren guten Freundinnen. Die freundschaftliche Beziehung zwischen den vier Frauen ist einzigartig und bewundernswert. Neid ist ein Fremdwort, stattdessen freuen sie sich über die Erfolge der jeweils anderen.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da er flüssig und leicht zu lesen, aber trotzdem fesselnd ist. Dass das Buch in Romanform geschrieben ist, hat der ganzen Geschichte die nötige Emotionalität und Spannung verliehen und man konnte sich perfekt darin verlieren. Oftmals konnte ich die Tränen nicht zurückhalten, da die Grausamkeit der SS einfach nicht zu begreifen ist. Der Gedanke, dass es vor gar nicht allzu langer Zeit Konzentrationslager gegeben hat, ist unfassbar.

Nach Beendigung dieses Buches war ich wirklich mit den Nerven am Ende, was zu einem großen Teil auch an dem Nachwort lag, welches der Sohn von Gita und Lale geschrieben hat. Ich habe zehn Minuten lang durchgehend geweint - aber nicht nur, weil das Buch traurig war, sondern vor allem, weil es so unglaublich schön war und mich tief berührt hat. Die Geschichte von Gita und Lale werde ich niemals vergessen und bestimmt noch mehrere male lesen.

Eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich für die Zeit während des Nationalsozialismus interessieren, jedoch keine trockene Lektüre dazu lesen möchten. "Der Tätowierer von Auschwitz" ist eine Biografie in Romanform und daher sehr angenehm und leicht zu lesen - trotz der Brutalität und Traurigkeit, die sich hinter den Seiten versteckt. Gleichzeitig beinhaltet das Buch eine der schönsten (und vor allem wahren) Liebesgeschichten, die ich seit langem gelesen habe. Ein 5 Sterne Buch und von jetzt an eines meiner Lieblingsbücher.

Ist es verrückt, dass ich beim Schreiben der Rezension schon wieder Tränen in den Augen hatte? Falls ihr noch mehr über das Buch erfahren möchtet oder mit mir darüber schreiben möchtet, schaut auch in meinem dazugehörigen Post auf meinem Instagramprofil vorbei.