Interview | Lin Rina


Am 9. Oktober hatten wir die Möglichkeit Lin Rina, die Autorin von "Animant Crumbs  Staubchronik", bei einer Signierstunde im Thalia Hanau zu treffen. Vorab haben wir bereits abgeklärt, ob wir Lin an diesem Abend interviewen dürfen und haben uns unglaublich über ihre Zusage gefreut. Vor Ort haben wir das Interview (höchst professionell) über eine Sprachaufnahme festgehalten und nun für euch aufgeschrieben. Wir wünschen euch ganz viel Spaß beim Lesen! :)

Marina und Lea: Wie kamst du zum Schreiben und was bedeutet das Schreiben für dich?

Wie kam ich zum Schreiben? Ich hab einfach schon immer geschrieben, also seit ich schreiben kann. Ich weiß, dass ich eine Geschichte geschrieben habe, bevor ich schreiben konnte, die hab ich meiner Mama diktiert. Und... Ich hab mir halt immer gern Geschichten ausgedacht und die beste Form es festzuhalten ist nun mal es aufzuschreiben. Und was es für mich bedeutet? Ich hab viel Tagebuch geschrieben, vor allem in meiner Teenie-Zeit und für mich ist etwas aufzuschreiben auch immer damit verbunden, Gefühle zu verarbeiten oder das, was ich erlebt habe. In den Büchern verarbeite ich auch immer das, was mir wichtig ist und was mich bewegt in abstrakter Form.

Marina und Lea: Welches Genre schreibst du am liebsten?

Am liebsten schreibe ich Liebesgeschichten verpackt in etwas. Ich werde mich da auch glaube ich nicht festlegen. Ich hab auch schon Bücher angefangen ohne Liebesgeschichte, die sind allerdings nie fertig geworden. Ich hoffe, ich schaff es irgendwann auch mal, aber so eine Liebesgeschichte gehört irgendwie schon mit rein. Wenn ich mir eins aussuchen müsste, wäre es Science Fiction.

Marina und Lea: Du hast KHAOS selbst illustriert und du liebst Handlettering. Warst du schon immer künstlerisch begabt?

Ich hab schon immer gerne Kunst produziert. [Lachen] Sich selbst als begabt zu bezeichnen... das ist halt immer schwierig. Ja, ich hab früher gedacht, dass ich Kunst studiere und freie Künstlerin werde. Das war so meine Erstversion vom Leben. Danach wollte ich Musikerin werden und dann dachte ich: "Ach, das ist alles nichts." Und das Schreiben ist quasi zufällig passiert. Aber ich hab das schon immer gern gemacht, ja.

Behind the Scenes
Marina und Lea: Die Suchmaschine in der "Staubchronik" wird nie weiter erläutert. Was hat es damit auf sich?

Am viktorianischen Zeitalter fasziniert mich die Möglichkeit, dass man da Steampunk mit reinbringen kann. Das ist halt diese... wisst ihr, was Steampunk ist?

Marina und Lea: So ungefähr, ja.

Es ist quasi eine Kunstversion. Man nimmt an, dass man alle technischen Fortschritte, die wir heute haben, damals schon gehabt hat mit den Möglichkeiten, die sie damals hatten. Also alles in mechanisch und alles dampfbetrieben und wenig Elektrizität und solche Sachen. Das finde ich super faszinierend und das macht auch super Spaß, solche Romane zu lesen und ich hatte eigentlich vor, in Staubchronik diesen leichten Steampunk-Flair mit einzubringen, der durch die tatsächlich vielen historischen Fakten dann doch ein bisschen untergegangen ist. Aber die Suchmaschine war eins davon, diese Steampunk-Sache.

Marina und Lea: Gibt es ein Buch, das du jedem ans Herz legen möchtest?

Zählt die Bibel?

Marina: Warum nicht?

Ja, gut. Es gibt halt sehr viele Romane, die wirklich gut sind und ich hab auch nicht so einen richtigen Lieblingsroman, weil Romane auch immer individuell sind und mir meistens Sachen gefallen, die der breiten Masse nicht gefallen. Aber die Bibel ist immer gut, für jede Lebenslage.

Marina und Lea: Wenn man dir auf Instagram folgt, weiß man: Du liebst Tee. Hast du eine Lieblingssorte?

Im Moment liebe ich die Tees von Cupper. Weil die fair sind und Bio und weil sie ganz wenig - wenn überhaupt - Aroma- oder Zusatzstoffe haben, aber trotzdem so genial schmecken und noch schön aussehen. [Lachen] Ich kann total die Werbesendung für Cupper drehen.

Marina und Lea: Hast du Lieblings-Instagram-Accounts, -Bookstagrammer oder auch -Autoren?

Lieblingsautoren? Ich lese sehr gerne die Bücher von Lisa Rosenbecker, weil die macht immer so Crime-Fantasy. Das finde ich mega genial. Früher habe ich gern die Bücher von Lynn Raven gelesen. Dazu bin ich jetzt schon seit längerem nicht mehr gekommen - wegen ihr habe ich auch angefangen zu schreiben. Ich hab den Kuss des Kjer gelesen und mir hat das Ende nicht hunderprozentig gefallen und dann dachte ich: "Es kann doch nicht sein, die haben sich am Ende nicht geküsst. Jetzt schreib ich was, wo die sich am Ende küssen." [Lachen]

Lea: Hast du auch Autoren, denen du auf Instagram folgst?

Oder Bookstagrammer meint ihr? Also ich mag Ava Reed ganz arg, weil sie einfach so süß ist. Und ich liebe Romina.

Marina: Wingedbooks?

Genau. Wenn sie an Kerzen riecht und erzählt, wie die riechen, dann ist es, als ob man das selber auch riechen könnte, weil sie das so gut beschreibt. Ich seh am liebsten zu, wie sie Päckchen auspackt.
Das sind so die, die mir spontan einfallen.


Vielen Dank nochmal an Lin Rina für das Interview und an Thalia Hanau für die Veranstaltung!

Nachdem wir das Interview beendet hatten, saßen wir noch eine ganze Weile mit ein paar Mitarbeitern von Thalia (ebenfalls große Fans der Staubchronik!) und unserem Buchclub zusammen in einem Sitzkreis. Lin Rina ist unglaublich sympatisch und hat sich sehr viel Zeit dafür genommen, alle Fragen zu beantworten. Anschließend gab es noch, als kleines Dankeschön, Geschenke von Thalia für die Autorin.